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Lange vor dem Mittelalter war die Gegend um Dorsten durch Bauern besiedelt:
bereits um 700 waren um die heutige Altstadt liegende Höfe so attraktiv, dass die Sachsen während der Völkerwanderung die Höfe in ihren Besitz brachten.
Im 8. Jahrhundert begann die Christianisierung, 890 ging die Siedlung Durstinon als Schenkung an die Abtei Werden über, Deuten und Sölten werden erwähnt, 1017 findet sich Lembeck urkundlich genannt in den Papieren der Paderborner Kirche.
Um 1150 wird auch der Ortsteil Holsterhausen in den Büchern der Abtei Werden erwähnt, wenig später findet sich der Name des Truchseß Albert von Wulfheim in den Akten. Als Pfarrort ist Hervest um 1188 im Güterverzeichnis des Grafen von Dale zu finden. Rhade wird erst 1331 urkundlich erwähnt.
Stadtluft macht frei
Als 1251 der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden der Gemeinde Dorsten die Stadtrechte verleiht, beginnt die Zeit des Ausbaus und der Befestigung des 90 Seelen Ortes. Die Bevölkerung in Dorsten wächst im 13. Jahrhundert ebenso schnell an, wie in den anderen mittelalterlichen Städten. Handel und Gewerbe blühen auf, bis ins 17. Jahrhundert hält die Stadt neben den Marktrechten auch das Münzrecht. Umliegend lebende Tagelöhner und Leibeigene ziehen nach Dorsten, waren sie ein Jahr und einen Tag innerhalb der Stadtmauern, galten sie als freie Bürger, waren dem Gutsherrn nicht mehr verpflichtet.
Dorsten kommt zur Hanse
Im 14. Jahrhundert wird Dorsten Mitglied im Hansebund, die Stadt wird reich, frühdemokratische Strukturen bilden sich aus. Sieben Gilden wählen jährlich zwei Bürgermeister, zwei Gildemeister, zehn Schöffen (Ratsmitglieder), zwei Rentmeister und zwei Kämmerer.
1567 wird die Stadtwaage erbaut, die später als Rathaus dient. Lippeschiffahrt und der Schiffsbau "Dorstener Aak" sind wichtige Wirtschaftsfaktoren bis hinein ins 19. Jahrhundert.
Lembeck - ein Wasserschloß im Wald
Neben der erblühenden Stadt baut die Familie derer von Lembeck, später dieWesterholter Grafen, den alten Gräftehof zu einem schmucken Wasserschloß um. Französischer Park und Schlaunscher Saal bilden die Herzstücke der Anlage.
Die Zeit der Kriege
Mit der Eroberung Dorstens durch die Hessen wurden die Festungsmauern ausgebaut. Der dreißigjährige Krieg läßt Handel und Verkehr erlahmen. 1641 fällt Dorsten nach zweimonatiger Belagerung zurück an das Kurfürstentum Köln.
Zwar ist Mitte des Jahrhunderts der Krieg überstanden. Wohlstand und Reichtum sind aber dahin. Zudem folgen bis ins 18. Jahrhundert hinein Einquartierungen und Besalzungen.
Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts beginnt eine Beruhigung des städtischen Lebens in Dorsten, Kriege und Truppeneinquartierungen haben jedoch die Wirtschattsstrukturen der Stadt zerstört. Dorsten wandelt sich zur Landgemeinde, fällt zusammen mit der Herrlichkeit Lembeck an den Kreis Recklinghausen.
Industrialisierung
Mitte des vergangenen Jahrhunderts kommt die industrielle Revolution auchin die Lippestadt. Eine Maschinenspinnerei, eine Weberei und später eine Eisengießerei bringen Arbeit und Zuwanderer. Erste städtische Gaswerke versorgen die Bürger mit Energie. Und mit der Abteufung der Schächte Baldur I und II hat der Bergbau die Stadt erreicht. Seither wird in Dorsten Kohle abgebaut. Gleichzeitig hat sich die Landwirtschaft fortentwickelt.
Eigenes Geld für die Inflation
Dorstens neuere Geschichte verläuft in den gleichen Bahnen wie die des Ruhrgebietes. Nach dem ersten Weltkrieg druckte die Stadt während der Inflation eigenes Geld, erst 1925 zogen die belgischen Truppen aus der besetzten Stadt ab. Mit dem Bau des Wesel-Datteln-Kanals erholte sich dorstens Wirtschaft.
Zwar wurde Baldur stillgelegt, doch baute jetzt die Hoesch AG in ihrem Werk Fürst Leopold die Kohle ab. Zusammen mit Hervest und Holsterhausen zählt Dorsten im Jahre 1943 28.000 Einwohner.
Bomben über Dorsten
Der 2. Weltkrieg zerstörte die Altstadt durch Luftangriffe zu 80%, und riss damit tiefe Wunden in die Klassische Architektur des Stadtkerns. Erst nach 1946 steigt die Einwohnerzahl. Mit steigendem Wohlstand hat sich auch die arg geschundene Stadt vergrößert und weiterentwickelt zu der großen Flächengemeinde, die im Verbund ihrer elf Stadtteile heute Dorsten bildet.
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